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11/25/2025 | 3:00 PM

Die Gletscher Islands: Ein umfassender Guide

Nichts führt einem die Macht und Weite der Natur so direkt vor Augen wie Islands Gletscher.

Diese extremen Landschaften ziehen mit ihren dramatischen Formen und Beschaffenheiten jedes Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt an, die anreisen, um die atemberaubende Größe und Schönheit der Gletscher und der umliegenden Eisformationen zu erleben.

Gletscher entstehen, wenn Schicht um Schicht von gefallenem, nicht schmelzendem Schnee zu Eis komprimiert wird und sich über Hunderte von Jahren ansammelt. Das enorme Gewicht, die Schwerkraft und das Vorhandensein von Schmelzwasser ziehen diese Gletscher langsam bergab und über das Gelände – mit einer Geschwindigkeit zwischen ein paar Zentimetern und ein paar Fuß pro Tag. 

Vielleicht haben Sie von einigen der berühmtesten Gletscher Islands gehört, darunter der Vatnajökull (die größte Eiskappe des Landes) oder der Eyjafjallajökull, der Gletscher und Stratovulkan mit dem schwer auszusprechenden Namen, dessen Ausbruch im Jahr 2010 den weltweiten Luftverkehr zum Stillstand gebracht hat.

Island besitzt jedoch noch viele weitere Gletscher sowie beeindruckende Gletscherelemente, darunter Seen, Flüsse und Lagunen, die ebenso beeindruckend sind wie die mächtigen Eiskappen selbst.

Bevor Sie sich auf die Reise ins Land aus Feuer und Eis begeben, entdecken Sie die Schönheit, Vielfalt und prägenden Merkmale der isländischen Gletscher und erfahren Sie, wie Sie sie am besten erkunden können.

Wie viele Gletscher gibt es in Island?

In Island gibt es etwa 269 Gletscher, die ca. 10 % der gesamten Landfläche der Insel bedecken. Die Gletscher unterscheiden sich in Form, Größe und Aufbau und ihr Spektrum reicht von den flacheren Topographien der Eiskappen bis hin zu den flussartigen Mustern der Talgletscher.

Welcher ist der größte Gletscher in Island?

Der größte aller Gletscher in Island ist der Vatnajökull, der fast 8 % des gesamten Landes ausmacht. Es wurde ein riesiger Nationalpark eingerichtet, der die Eiskappe und seine Umgebung umfasst und den Namen Vatnajökull-Nationalpark trägt.

Der Vatnajökull ist, wie auch die anderen großen Gletscher Islands, eine Eiskappe. Eine Eiskappe bedeckt das unter ihr liegende Gelände vollständig mit ihrer eisigen Kuppel, sei es ein Vulkan, ein Berg, ein Tal oder eine Kombination davon. Ein Gletscher hingegen wird von der Topographie beeinflusst, durch die er sich bewegt. In Island wird der Begriff „Gletscher“ oft für Eiskappen verwendet.

Große Eiskappen-Gletscher wie der Vatnajökull sowie andere Riesen wie der Langjökull und der Hofsjökull „speisen“ Gletscherzungen – das sind Eisflüsse, die langsam aus den Eiskappen und größeren Formationen wie Eisschilden herausfließen. Sie sind besonders gut im Südosten Islands zu beobachten, wo sie sich vom Vatnajökull herabbewegen.

Verschiedene Gletscherarten

Islands Gletscherlandschaft ist weitaus vielfältiger und besteht aus mehr als nur Eiskappen und Gletscherzungen. Es gibt eine erstaunliche Bandbreite an Eisformationen, die sowohl die umliegende Landschaft formen als auch von ihr geformt werden können.

Es kann hilfreich sein, die verschiedenen Gletscherformationen zu kennen, damit Sie die Anzahl der verschiedenen Orte und Sehenswürdigkeiten, die Sie während Ihres Aufenthalts in Island besichtigen, maximieren können. Achten Sie auf folgende Merkmale:

  • Berggletscher: Diese bestehen aus Schnee und Eis und bilden sich hoch oben in den sie umgebenden Bergen.
  • Blockgletscher: Diese Gletscherart besteht aus einer Mischung aus Gestein und Eis, was den Gletschern eine bräunlich-graue Optik verleiht. Aufgrund seiner Zusammensetzung fließt ein Blockgletscher außerdem langsamer und bildet ein zungenförmiges Gebilde, wenn er sich einen Berghang hinabbewegt.
  • Talgletscher: Diese Gletscher waren einst Flüsse und sie folgen den Konturen des jeweiligen Tals – manchmal über viele Kilometer.
  • Gletscherzungen: Das sind die Bereiche, in denen sich das Eis von einer Eiskappe aus in ein langsam fließendes, flussähnliches Gebilde erstreckt.
  • Gletscherseen: Diese Seen entstehen, wenn sich Gletscherwasser in Senken in der Landschaft sammelt.
  • Gletscherflüsse: Islands Gletscherflüsse entstehen ebenfalls durch geschmolzenes Gletschereis, fließen jedoch abwärts und weisen große Sedimentmengen auf, die durch das fließende Wasser mitgenommen werden.
  • Lagunen: Eine Gletscherlagune ist eine Art See, der in einer Senke entsteht, die sich durch das Schmelzen und Zurückziehen eines Gletschers bildet. Das resultierende Loch füllt sich mit Schmelzwasser – und oft auch mit Eisbergen.
  • Höhlen oder Eishöhlen: Höhlen entstehen, wenn durch Wasser oder Luft einen Raum im Gletscherinneren ausgehöhlt wird. Im Inneren weisen sie eine unglaubliche blaue Farbe auf, und durch das Schmelzwasser, das sich in diesem Raum befindet, können sich auch interessante Eisformationen innerhalb der Höhle bilden.

Hier sind ein paar praktische isländische Wörter, mit denen Sie sich einige der Ortsbezeichnungen erschließen können:

  • fell oder fjall – Berg
  • jökull – Eiskappe oder Gletscher
  • jökulsá – wörtlich „Gletscherfluss“ – Das ist der Name von mehreren Flüssen in Island. Oft werden mehr Details oder ein Ort im Namen angegebenen (z. B. Jökulsá á Fjöllum oder Jökulsá í Fljótsdal)
  • lón – Lagune

Also: Jökulsárlón bedeutet „Gletscherfluss-Lagune“.

Karte der isländischen Gletscher

Die Mehrheit der isländischen Gletscher befindet sich im südlichen Teil des Landes, wobei – dank der gigantischen Eismasse des Vatnajökull – die größte Konzentration an Gletschern, Gletscherzungen und Gletscherlagunen im Südosten zu finden ist.

Wenn Sie sich eine Karte der isländischen Gletscher ansehen, stellen Sie fest, dass der Hofsjökull und der Langjökull sowie ein großer Bereich vom Vatnajökull zentraler liegen, während sich der Eyjafjallajökull und der Mýrdalsjökull (mit seiner bekannten Gletscherzunge Sólheimajökull) an der Südküste befinden. Eine anspruchsvollere Reise zum Drangajökull führt in die Wildnis der abgelegenen Westfjorde, während der Snæfellsjökull am westlichsten Punkt der Halbinsel Snæfellsnes liegt.

Die malerische Tröllaskagi-Halbinsel in Nordisland beherbergt eine steile Bergwelt, die etwa 150 Quadratkilometer bedeckt und 150 kleine Gletscher auf und zwischen ihren Gipfeln aufweist.

Islands dramatische, sich ständig verändernde Landschaft ist nicht nur ein Anziehungspunkt von faszinierender Schönheit. Ihre eisigen vulkanischen Gipfel, Spalten und Höhlen bieten zudem Möglichkeiten für unglaubliche Abenteuer wie Gletscherwanderungen, Schneemobilfahrten und die Erkundung von Eishöhlen.

Die besten Gletscher für einen Besuch in Island

Wie wir bereits erläutert haben, gibt es viele verschiedene Arten von Gletschern in Island, von denen jeder etwas Einzigartiges zu bieten hat.

Alle, die auf der Suche nach einer epischen Expedition sind, können die erstaunlichen Ausmaße der isländischen Gletscherlandschaft auf einer Wanderung über die massiven Eiskappen des Vatnajökull, des Langjökull und des Hofsjökull selbst erleben. Allerdings sind für die meisten Besucher Gletscherzungen im Allgemeinen besser zugänglich, und sie bieten die Möglichkeit für Gletscherwanderungen sowie für anderen Aktivitäten wie dem Erkunden von Eishöhlen.

Wenn Menschen von Islands „blauem Gletscher“ sprechen, meinen sie wahrscheinlich den Vatnajökull-Gletscher und seine Eishöhlen. Im Inneren der Eishöhlen erstrahlen die Wände in einer faszinierenden kristallblauen Farbe.

Es ist wichtig zu bedenken, dass es mehrere Stunden dauern kann, einen Gletscher zu erreichen und zu erkunden, d. h. es ist nicht nur der Gletscher selbst, der ihn zum „besten Gletscher“ macht, sondern auch die Reise dorthin und alles, was sie zu bieten hat.

Nachstehend haben wir die wichtigsten Gletscher aufgelistet, die man in Island besuchen sollte, und Sie können mehr über jeden einzelnen davon erfahren, indem Sie auf die Karten klicken.

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Der Vatnajökull und seine Gletscherzungen

Islands größter Gletscher im größten Nationalpark Europas

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Langjökull

Großartig für Aktivitäten, von Reykjavík aus zu erreichen

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Hofsjökull

Abgelegenes Abenteuer im Hochland

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Der Mýrdalsjökull und seine Gletscherzungen

Ein Gletscher in Südisland mit epischen Panoramen und Aktivitätsmöglichkeiten

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Eyjafjallajökull

Ein berüchtigter Gletscher auf einem Vulkan mit dramatischer Vergangenheit

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Snæfellsjökull

Ein mystischer Gletscher im Westen Islands

Praktische Tipps für Ihre Besichtigung der Gletscher

Ein Erstbesuch in Island erfordert etwas mehr Vorbereitung. Zusätzlich zu dem, was Sie sehen und unternehmen können, möchten Sie vermutlich wissen, wie es ist, wenn Sie dort sind, und wie Sie Ihr Gletschererlebnis verbessern können.

Geschichte und Entstehung der isländischen Gletscher

Die lange, Millionen Jahre zurückreichende Geschichte der Gletscher in Island ist fast ebenso beeindruckend wie die Formationen selbst.  

Unter dem Eis besteht Island fast vollständig aus vulkanischem Gestein, das sich seit dem Miozän, vor 23 bis 5 Millionen Jahren, angesammelt hat.

Im anschließenden Pliozän, vor etwa 5 bis 2,6 Millionen Jahren, begannen sich in einer Phase der Klimaabkühlung Islands Gletscher zu bilden.

In der anschließenden Eiszeit (dem Pleistozän) durchlief die isländische Landschaft etwa 20 Kaltzeiten, die eine bergige, zerklüftete, eisige Landschaft hinterließen. Dazu gehören auch die Gletscher, die heute zu sehen sind, wie z. B. der Vatnajökull und seine Täler, Bergrücken und Fjorde.

Die Zukunft der isländischen Gletscher

Leider bleibt kein Naturwunder der Welt vor menschlicher Einmischung verschont, und die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in Island vorhanden.

Die sich verändernde Landschaft zeigt sich durch Islands zurückweichende Gletscher und die neuen, tieferen Lagunen, die durch steigende Temperaturen und schmelzendes Eis verursacht werden.

Zum Beispiel entstand der See Jökulsárlón, die berühmte Gletscherlagune im Südosten der Insel, während dieser Phase der rasch schmelzenden Gletscher in Island. Die Lagune entstand um 1935 und ist seitdem auf schätzungsweise 25 Quadratkilometer mit einer Tiefe von etwa 250 Metern angewachsen, was sie zum tiefsten See Islands macht.

Der rasche Gletscherrückzug ist ein ernüchternder Meilenstein in der Klimakrise. Gletscher sind entscheidend für die Regulierung des Erdklimas, denn sie reflektieren die Sonnenstrahlung und helfen so, den Planeten abzukühlen. Ihr Rückzug hat das Potenzial, die Auswirkungen der globalen Erwärmung zu beschleunigen.

Verantwortungsbewusste Reiseveranstalter (wie unser Partner Reykjavík Excursions) sowie der Schutz und die Erweiterung von Orten wie dem Vatnajökull-Nationalpark spielen alle eine Schlüsselrolle bei der Erhaltung der Landschaft und der Aufklärung der Besucher über die zerstörerische Kraft der globalen Erwärmung.

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Wenn Sie Lust bekommen haben, Island zu besuchen und seine herrlichen Gletscherlandschaften selbst zu sehen, stöbern Sie in unserer Auswahl an Pauschalreisen und Gletschertouren, zum Beispiel zur Südküste und Gletscherwanderung oder zum Golden Circle sowie Gletscher-Schneemobilfahrten.

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